Wagenfahrten - eine tolle Sache.
Da in unseren Landen nicht immer Schnee liegt, hat sich allmählich auch eine Sparte in der Schlittenhunderennen-Szene entwickelt, die man als „Wagenrennen“ bezeichnet. Der große Vorteil der Wagenrennen, man braucht kein Körnchen Schnee dazu, um mit seinen Hunden einen Abstecher durch die Natur zu machen.
Es kommt allerdings von vorneherein eine Komponente dazu, die jeder gute „Musher“ von vorne herein beachten wird. Man kann trotz guter Bereifung an den anstatt Kufen montierten Rädern nicht immer Ausfahrten machen. Eine entscheidende Frage bei Wagenfahrten ist:
Wie ist die Temperatur? Kann ich meinen Hunden ein Training oder Rennen zumuten, wenn die Temperatur über eine Grenze von 17 Grad Celsius steigt. Beim Training bleibt dem „Musher“ die Möglichkeit, dass bei wärmeren Temperaturen in den kühleren Nachtbereich ausgewichen werden kann. Veranstalter von Wagenrennen verzichten gegebenenfalls auf eine Durchführung eines Rennens wenn die Temperaturen zu heiß sind.
Übrigens, wenn ein „Musher“ noch so sicher ist, bei Trainingsfahrten mit einem Wagen sollte in jedem Fall ein Sicherheitshelm getragen werden. Bei Veranstaltung von Wagenrennen ist es natürlich schon sein langem Vorschrift, dass ein Helm getragen wird.
Wie man Schlittenhunde am besten trainieren kann, erlernt man nicht durch nächtliche Kopfkissenlektüre. Dazu bedarf es solider theoretischer und praktizierter Erfahrung. Die besten Ergebnisse wird ein gut informierter und zur Selbstkritik bereiter „Musher“ erzielen. Er muss in der Lage sein, nach einem eigenen maßgeschneiderten Trainingsplan in hoher Qualität mit seinem Team zu trainieren.
Aus leistungsphysiologischer Sicht sind auch unsere mitteleuropäischen „Sprintrennen“ letztlich ebenfalls auch Ausdauerrennen und setzen daher auch einen konsequenten Leistungsaufbau bei den Hunden durch richtiges Training voraus. Die Streckenlängen bei Wagenrennen betragen bis zu 20 Kilometer. Bei Rennen führen zum Beispiel Wagenrennen in der Klasse A über eine Länge von 15 bis 18 Kilometer. Man stellt sich aber immer auf die Witterung ein.
Ist eine Rennsaison vorbei, dann müssen die Hunde weiter trainiert werden, damit die Muskeln erhalten bleiben. Da zumeist in dieser Phase die Temperaturen bereits frühlingsmäßig, dass heißt oft recht warm sind, empfiehlt es sich beim Training kleinere Teams zu machen. Der Stress für die Hunde ist dadurch nicht so groß, sie bauen sich nicht so schnell auf.
Wenn ein Training schlecht oder gar miserabel verläuft, dann empfiehlt es sich erst einmal eine Pause zu machen. Es ist aber wichtig, dass man das vorher von den Hunden verlangte noch am selben Tag zumindest über eine kurze Einheit richtig übt. Im Training kann man auch einmal mit den Hunden einen Geschicklichkeitsparcours bewältigen. Damit hat man die Möglichkeit einzeln intensiver an die Hunde zu vermitteln.
Für den Betrieb von Hundewagen sind gesunde, zugstarke, erwachsene Hunde einsetzbar. Ein Alterslimit der Hunde spielt hier insofern eine Rolle, dass in Rennen die über eine Mitteldistanz gehen, die eingesetzten Hunde ein Mindestalter von 18 Monaten haben müssen.
Werden die Hunde mit Leinen vor einen Wagen gespannt, setzt dies voraus, dass ein Leithund die Zurufe des Fahrers oder Mushers umsetzen kann. Die Wagen haben je nach Eignung für einen oder mehrere Hunde ein unterschiedliches Gewicht.
In Österreich sind bei Wagenrennen auch Drei-Räder mit einem Höchstgewicht von 25 Kilogramm erlaubt. Starten darf man mit diesem Gefährt mit Hundegespannen für zwei Hunden. Kommen mehr Hunde zu Einsatz, so ist ein Wagen mit vier Rädern vorgeschrieben. Bei Wagenrennen besteht für die Teilnehmer auch eine Helmpflicht. Jeder Fahrer muss auch im Besitz einer gültigen Haftpflichtversicherung für sich und seine Hunde sein.
Die wichtigsten Kategorien bei Wagenrennen sind:
D1 Wagen mit 2 Hunden
C1 Wagen mit 3 – 4 Hunden
B1 Wagen mit 5 – 6 Hunden
A Wagen mit 7 – 8 Hunden
Detaillierte Details über das sehr unfangreiche Regelwerk für Wagenrennen findet man auf den Webseiten der nationalen und internationalen Verbände für den Schlittenhundesport.