Das „Sedivackuv long“ findet in der Tschechien statt und ist eines der härtesten Schlittenhunderennen Europas. Ich habe von 26. Jänner bis 30. Jänner 2010 erstmals an diesem „Longtrail“ über 222 Kilometer mit meinem 8-Hundegespann teilgenommen.

Am ersten Tag bewältigte ich mit meinem 8-Hundegespann die ersten 65 km. Der zweite Tag verlief nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, denn erst lies ich eine Hündin an einer Station, da ich erkannte, dass sie es nicht schaffen würde. Dann musste sich noch ein Rüde im Schlittensack  etwas ausruhen. Der dritte Start wurde schon im Vorfeld wetterbedingt verschoben und die Strecke wurde von 65 km auf 47 km vermindert.

Also fuhr ich diese Etappe nur mit einem 6-Hundegespann und der Schlitten blieb trotzdem gleich schwer als mit acht Hunden, denn wir fuhren bei dieser Etappe nicht ins Ziel zurück, sondern in Richtung Biwak. Am Biwak angekommen fixierte ich ein Stake - Out und sicherte meinen Schlitten mit den beiden Schneeankern. Meine Hunde bekamen einen Thermomantel drauf und außerdem schaufelte ich für jeden Hund noch ein großes Loch im Schnee, damit die Hunde sich dort hineinlegen konnten. Sie bekamen auch noch etwas Futter und Wasser und damit waren die Hunde zufrieden.

Mein Schlafsack kam in den Biwaksack hinein und diesen legte ich in meinen Schlitten, aber bevor ich mich dort hineinbegab ging es erst einmal in eine gemütliche Holzblockhütte wo alle Musher bei einem Gulasch und einem Bier zusammen saßen. Der angesagte Schneesturm (130 kmh) fegte über den Biwakplatz. So gegen 22Uhr 30 legte ich mich in meinen Schlitten, aber an schlafen war noch lange nicht zu denken, denn der Sturm hatte es in sich. Bereits gegen 5 Uhr war bei mir schon Tagwache, ich öffnete meinen Schlafsack, den Biwaksack und erhuschte eine kalte Schneeprise in meinem Gesicht, denn wir hatten ungefähr 20 cm Neuschnee.

Von meinen Hunden erblickte ich gerade mal die Ohrspitzen. Ich machte mich auf den Weg mit meinen Wasserbehälter um Wasser für die Hunde zuholen, aber bevor ich zu meinen vierbeinigen Freunden zurückgegangen bin, erblickte ich Licht in der Hütte wo es bereits nach Kaffee roch, also rein in die warme Stube um ein Becher Kaffee zu trinken.

Nachdem ich innerlich aufgewärmt war, kochte ich für mein Hundeteam eine Fleischsuppe, danach schmierte ich bei allen Hunden die Pfoten mit einer speziellen Salbe ein. Danach bekamen sie ihr Geschirr drauf und sie wurden wieder am Schlitten eingespannt.

Nun musste ich wieder alles im Schlitten verstauen und auf ging’s in unserer letzten Etappe (35 km). Durch den Schneesturm in der Nacht war der Trail extrem schwierig, die Hunde kämpften sich durch den Tiefschnee und ich half ihnen so gut ich konnte . Auf dem richtigen Trail angekommen ging die Fahrt in Richtung Ziel. Insgesamt habe ich im Rahmen des Rennens 176 Kilometer zurückgelegt, der Trail war auf Grund der Witterungsbedingungen etwas gekürzt worden.

Und ich war echt hoch zufrieden mit den gezeigten Leistungen meiner Hunde. Mehr nachzulesen gibt’s unter www.czechlongtrail.com.